Ressort Dienste
Beitrag zum Newsletter Dezember 2025
Rückblick und Ausblick
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen
Ich hoffe, es geht Ihnen allen gut und Sie sind gut in den Winter gestartet. Auch das Jahr 2025 läuft mit grossen Schritten dem Ende entgegen und möglicherweise geht es Ihnen wie mir, dass in dieser Zeit oft noch viele Pendenzen zu erledigen sind – sowohl von beruflicher als auch von privater Seite. Ich erlaube mir trotzdem ein paar Informationen zum Thema Notfalldienst im Kanton Thurgau weiterzugeben.
Ein Thema, das die meisten von uns wahrscheinlich bereits jetzt beschäftigt ist die Einführung des neuen Tarifes für den ambulanten ärztlichen Bereich TARDOC. Dieser enthält verglichen mit dem TARMED neu eine Limitatio für das Verrechnen der Wegpauschalen auf maximal 60 Minuten pro Sitzung. Diese Regelung wird unweigerlich zu Problemen im Notfalldienst in ländlichen Kantonen wie dem Thurgau führen und betrifft bei uns vor allem den psychiatrischen Notfalldienst und den Amtsarztdienst Plus (Hintergrunddienst/Hausbesuchsdienst). Die ÄTG hat mit viel Engagement und Aufwand versucht, dies über die Tarifpartner zu ändern.
Aufgrund der Fülle der Änderungsanträge in den letzten Monaten ist aber frühestens mit einer Anpassung oder Aufhebung dieser Limitatio per 2027 oder 2028 zu rechnen. In der Zwischenzeit steht die ÄTG den Notfalldienstleistenden zur Seite und würde ungedeckte Leistungen, die nicht im TARDOC abgebildet werden können, aus dem Notfallfond analog den unbezahlten Rechnungen aus dem Notfalldienst übernehmen. Dabei gilt es zu erwähnen, dass der Notfallfonds begrenzte Mittel aufweist und auch die Pikettdienstgelder daraus bezahlt werden.
Etwas weiter zurück liegt bereits die Unterzeichnung des gemeinsamen Rahmenvertrages betreffend der beiden Notfallpraxen an den Standorten Frauenfeld und Münsterlingen zwischen der STGAG und der ÄTG, womit die im Vorjahr ausgearbeitete Zusammenarbeit gefestigt und im Detail ausgearbeitet wurde. Je eine Betriebskommission pro Standort und eine paritätische Steuerungskommission über beide Standorten wurden zu gleichen Teilen alimentiert und haben ihre Tätigkeit aufgenommen. Unter anderem aufgrund der Integration des Dienstkreises 10 (Sulgen/Erlen/Bischofszell/Kradolf) in die Notfallüberregion Ost sind die Patientenzahlen auf der Notfallpraxis Münsterlingen angestiegen, sodass entsprechende Massnahmen ergriffen werden mussten. Eine davon ist die Einführung einer Mittelschicht jeweils am Samstag von 10:00 – 14:00 per 01.01.2026 zur Entlastung der Früh- und Spätschicht. Einmal mehr möchte ich allen Beteiligten ein riesengrosses Dankeschön aussprechen für das grosse Engagement in dieser Sache.
Auch im kommenden Jahr werden die Bälle im Ressort Dienste nicht liegenbleiben. Nur um zwei Beispiele zu nennen, möchten wir einerseits eine geeignete Lösung rund um die Thematik der Notfallnummern im Kanton Thurgau finden, andrerseits sind wir dran, die Aufgebotsstrategie über die Kantonale Notrufzentrale bei Todesfällen zu verbessern (Triage beim aussergewöhnlichen Todesfall).
Ich möchte an dieser Stelle Ihnen allen und allen Dienstleistenden im Thurgauer Notfalldienst ganz herzliche danken für den stetigen Einsatz zugunsten der Patientenschaft und wünsche eine frohe und besinnliche Adventszeit und danach frohe Festtage.
Dr. med. Urs Streckeisen
Leiter Ressort Dienste