Ärzteeigene Datensammlung
Artikel zum Newsletter April 2025
Neufinanzierung der Schweizweiten ärzteeigenen Datensammlung
Verehrte Kolleginnen und Kollegen
Die Neufinanzierung der ärzteeigenen Datensammlung ist seit Januar 2025 schweizweit etabliert worden. Für die Übermittlung der Daten stehen den Ärztinnen und Ärzten die folgenden Stellen zur Verfügung: die Trustcenter (TC), die Zentrale Datensammelstelle der New Index (ZDS) oder eine Dritt-Datensammelstelle (DDS). Diese Stellen übermitteln die Daten an die New Index AG. Die Vorgaben der New Index bezüglich Datenqualität und Datensicherheit müssen hierbei gewährleistet sein. Die gelieferten Daten sind und bleiben essenziell für die gesamte Ärzteschaft.
Warum die FMH-Mitgliederbeiträge erhöht werden mussten
Damit Ärztinnen und Ärzte unter guten Bedingungen arbeiten und angemessen entschädigt werden können, braucht es viel politischen Einsatz und erfolgreiche Tarifverhandlungen. Für die Arbeit in den ärztlichen Standesorganisationen, für die Einführung von TARDOC und für die Verhandlungen der Taxpunktwerte durch die kantonalen Ärzteorganisationen ist eine solide, ärzteeigene Datengrundlage von zentraler Bedeutung.
Eine hohe Datenqualität und eine breite Abdeckung sind entscheidend für die Akzeptanz der nationalen Datensammlung. Um diese langfristig zu sichern, hat die Ärztekammer ein neues Finanzierungsmodell beschlossen: Das oberste Organ der FMH hat am 6. Juni 2024 entschieden, den FMH-Grundbeitrag um CHF 160 für praktizierende Ärztinnen und Ärzte (Kategorie 01) und leitende Spitalärztinnen und -ärzte (Kategorie 02) zu erhöhen. Die FMH-Mitglieder dieser beiden Kategorien sind am stärksten betroffen von Tarifverhandlungen. Der bisherige NAKO-Sonderbeitrag von CHF 40 fällt für diese beiden Kategorien hingegen weg.
Neu übernimmt die FMH rund 70 % der Grundkosten für diese nationale ärzteeigene Datensammlung. Dadurch sinken die Beiträge, welche datenliefernde Ärztinnen und Ärzte an die TrustCenter zahlen müssen. Somit können die gestiegenen Mitgliederbeiträge bei Lieferung der Daten durch sinkende Gebühren der TrustCenter (abhängig von Kanton und TrustCenter) kompensiert werden. Anders ausgedrückt: «Daten-Nichtlieferer», die ohne Zutun zwar von Verhandlungserfolgen profitieren, wie der kürzlich erfolgten TPW-Erhöhung in der Ostschweiz von 83 auf 86 Rappen, haben künftig einen höheren Beitrag zu zahlen.
Die letztjährige Statistik bezüglich der Übermittlung der RoKo-Daten zeigt leider, dass nur knapp 53% unserer Mitglieder die erforderlichen Daten an die Geschäftsstelle der ÄTG übermitteln. Im Rahmen dieses Newsletters möchte ich Sie nochmals zur Teilnahme an der Datenlieferung einladen.
Dr. med. Alexander Rukavina