Jahresgeschäfte 2024 (copy 1)
Jahresbericht des Präsidenten
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Einmal mehr liegt ein intensives, dynamisches und politisch herausforderndes Jahr hinter uns. Als Ärztegesellschaft Thurgau durften wir in dieser Zeit wichtige Weichenstellungen aktiv mitgestalten, Belastungen abfedern, Lösungen ermöglichen – und gemeinsam mit euch für eine starke medizinische Versorgung im Kanton Thurgau einstehen.
Taxpunktwert: Ein hart erkämpfter Erfolg mit Weitblick
Die wohl bedeutendste Entwicklung im vergangenen Jahr war die Einigung mit den drei Einkaufsgemeinschaften der Versicherer auf einen neuen Taxpunktwert von 86 Rappen im ambulanten Bereich. Damit konnten wir – nach fast sechs Jahren zäher Auseinandersetzung – nicht nur die Verfahren vor Bundesgericht sistieren, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Planungssicherheit und längst überfälligen, immerhin geringfügigen finanziellen Besserstellung leisten. Zudem hat der Bundesrat am 30.4.25 den TARDOC genehmigt. Der neue Tarif kann somit ab dem 1.1.2026 definitiv eingeführt werden. Unsere frühzeitige Einigung erweist sich nun als strategisch klug, da auf Drängen von Bundesrätin Baume-Schneider der Start-TPW vom aktuellen TPW übernommen wird.
Doch bei aller Freude: Der Weg zur längst überfälligen Harmonisierung der Taxpunktwerte bleibt weit. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass betriebswirtschaftlich nicht gerechtfertigte Unterschiede zwischen den Kantonen mittel- bis langfristig korrigiert werden.
Notfalldienst: Eine tragfähige Lösung für die Zukunft
Die Unsicherheiten rund um die Notfallpraxis Ost am KSM konnten im vergangenen Jahr durch intensive Vermittlungsarbeit der ÄTG entschärft werden. Unter der Leitung unseres Vorstandsmitglieds Urs Streckeisen und mit Unterstützung von Michael Lang gelang es, eine Einigung über neue, einheitliche Verträge zu erzielen, die sowohl den steuerrechtlichen Vorgaben der STGAG als auch den Bedürfnissen der Dienstleistenden gerecht werden. Damit und mit der letztjährigen Schaffung des Amtsarztdienstes plus bleibt die Attraktivität des Notfalldienstes im ganzen Kanton gewahrt. Neu erfolgt die Leitung und Organisation zudem unter dem Dach der ÄTG, was zusammen mit der flächendeckenden Einführung der Docbox-Planung die Effizienz steigert und Synergien auch in den regionalen Notfallkreisen ermöglicht.
Neuorganisation des Mitgliederwesens
Im Hinblick auf die im Sommer 2025 erwartete Neuordnung der Mitgliederkategorien bei der FMH bereiten wir derzeit auch auf kantonaler Ebene eine strukturierte Neuorganisation des Mitgliederwesens vor. Ziel ist es, künftig eine bessere Übersicht über die verschiedenen Mitgliedergruppen zu schaffen – insbesondere im Zusammenhang mit der Notfalldienstpflicht, der Datenlieferungspflicht sowie der internen Kommunikation. Mittelfristig soll die neue Struktur zudem die Abstützung und Vernetzung innerhalb der Ärzteschaft stärken und auch grössere Gruppenpraxen besser einbinden. So wollen wir nicht nur die Relevanz der ÄTG als gemeinsame Plattform erhöhen, sondern auch unsere Mitgliederzahl gezielt ausbauen.
Einsatz für wichtige gesundheitspolitische Vorlagen
Im Vergangenen Jahr gab es drei sehr bedeutende gesundheitspolitische Vorlagen: Die Kostenbremseinitiative der Mitte-Partei, die Prämienentlastungsinitiative der SP sowie die Vorlage zu EFAS, die «Einheitliche Finanzierung von Ambulant und Stationär». Im Vorfeld dieser Abstimmungen hat sich die ÄTG anlässlich von Vorträgen und in der kantonalen politischen Diskussion sehr stark eingesetzt und klar positioniert. Wir freuen uns und sind stolz, dass alle drei Vorlagen im Thurgau in unserem Sinne entschieden wurden.
Vorstand, Geschäftsstelle und Kommunikation
Im Vorstand haben wir mit Barbara Peter Hauser, André Keisker und Urs Streckeisen drei neue Mitglieder mit hoher Fachkompetenz und viel Elan begrüssen dürfen. Sie übernehmen die Ressorts MPA-Ausbildung / Quästorat, eHealth / Qualität und Notfalldienst. Den zurückgetretenen Kollegen Gustav Andreisek und Andy Mensch danken wir herzlich für ihre engagierte und im Falle von Pius Bucher auch für die äusserst langjährige Arbeit.
Im vergangenen Jahr gab es auch in unserer Geschäftsstelle bedeutende Veränderungen. Joëlle Gaille, die über Jahre hinweg für die Ärztegesellschaft Thurgau tätig war, hat sich entschieden, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Wir danken Joëlle herzlich für ihre wertvolle Arbeit und ihre Unterstützung. Gleichzeitig freuen wir uns, Evelyn Büchel als neue Leitung der Geschäftsstelle willkommen heißen zu dürfen. Evelyn hat sich bereits mit viel Engagement und Fachwissen in ihre neue Rolle eingearbeitet und die herausfordernde Übergabe bravourös gemeistert. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit.
Auch unsere interne Kommunikation wurde modernisiert: Mit dem neuen Newsletter-Format und der Umstellung auf ausschliesslich elektronische Kommunikation machen wir einen weiteren Schritt in Richtung Effizienz, Nachhaltigkeit und zeitgemässem Austausch.
Mitgliederversammlung: Neu gedacht
Nach dem Entscheid anlässlich der letztjährigen Mitgliederversammlung findet in diesem Jahr unsere MV erstmals rein schriftlich statt. Damit haben wir Redundanzen beseitigt und Raum geschaffen für einen gesellschaftlich geprägten Sommeranlass, der künftig noch stärker dem kollegialen Austausch und der Vernetzung dienen soll. Wie sich das neue Format langfristig bewährt, werden wir aufmerksam beobachten. Es besteht jedoch weiterhin die Freiheit, jederzeit bei Bedarf eine zusätzliche Veranstaltung einzuberufen, um wichtige Themen oder Anträge physisch zu diskutieren.
Der Anlass im August 2025 ist bereits in Planung – wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme!
Anlaufstelle für Ärztinnen, Ärzte und Gemeinden zur Sicherstellung der hausärztlichen Grundversorgung in den Gemeinden
In diesem Jahr hat die ÄTG neu die Aufgaben der Anlaufstelle für Thurgauer Gemeinden zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung übernommen. Ein entsprechender Leistungsauftrag wurde mit dem VTG, dem Verein Thurgauer Gemeinden, und dem Kanton Thurgau unterzeichnet. Das Projekt stammt noch aus der Zeit der Veranstaltungsserie «Brennpunkte Gesundheit Thurgau» und dient, wie der Name sagt, als Anlauf- und Koordinationsstelle für Fragen rund um die Sicherung insbesondere der Grundversorgung im Kanton. Einige Anfragen konnten bereits unterstützend bearbeitet werden und verbessern so die Sichtbarkeit und das Engagement der Thurgauer Ärzteschaft.
Dank
Einmal mehr bedanke ich mich bei den Mitgliedern der Geschäftsstelle Röbi Lüthi, Nina Lang und Evelyn Büchel sowie dem gesamten Vorstand ganz herzlich für die ausserordenlich gute, engagierte und kollegiale Zusammenarbeit sowie euch allen für euer Vertrauen und euer Engagement, sei es in standespolitischen Themen oder in eurer täglichen Arbeit in Praxis, Klinik und Lehre. Gemeinsam konnten wir viel bewegen – und wir werden auch künftig mit klarem Kompass für ein starkes, gerechtes und patientenzentriertes Gesundheitswesen im Thurgau eintreten.
Herzliche und kollegiale Grüsse
Alex Steinacher
Präsident Ärztegesellschaft Thurgau
Jahresrechnung 2024
Finanzieller Jahresabschluss 2024: Bericht Ressort Quästorat
Ergebnis 2024
Das finanzielle Ergebnis 2024 weist einen Jahresverlust von CHF 33’000 aus. Dieser wird im Folgenden Punkt 3 «Erfolgsrechnung» erläutert und begründet.
Bilanz per 31.12024
Die Bilanzsumme zeigt sich mit CHF 1'175'000 nur minim tiefer als im Vorjahr und weist damit eine weiterhin genügende Liquidität auf. Die Rückstellungen wurden bewusst um CHF 70’000 zurückgefahren. Dies aus folgenden Gründen:
- Anschlussvertrag TARMED: von CHF 136’000 auf CHF 106'000: Grund sind die hohen Kosten der Vertragsverhandlungen K-OCH mit den Versicherern. Die Rückstellung wurde für diesen Zweck geschaffen.
- Thurgauer Gesundheitspolitik: von CHF 110’000 auf CHF 100’000 : Aufgrund der höheren Ausgaben für die Standespolitik im Rahmen der Thurgauer Politiker. Die Rückstellung wurde für diesen Zweck geschaffen.
- MPA-Ausbildung: von CHF 345’000 auf CHF 315’000. Der Kanton Thurgau hat die Finanzierung und Subventionierung der Überbetrieblichen Kurse im Jahre 2021 auf neue Grundlagen gestellt und dabei den ausbildenden Verbänden im Sinne einer Einmalzahlung «Kapital» überwiesen. Die Neuordnung der Finanzierung und Subventionierung führt einerseits zu höherer Transparenz und andererseits zu höheren Kosten für die Verbände. Dieser Umstand kann durch das überwiesene Kapital «ausgeglichen» werden. Mit der schrittweisen Auflösung der Rückstellung können wir die Erfolgsrechnung der MPA-Ausbildung ausgeglichen halten.
Erfolgsrechnung 01.01.2024 bis 31.12.2024 - Ertrag
Die Einnahmen insgesamt zeigen ein stabiles Bild und bestehen im Wesentlichen aus den Mitgliederbeiträgen. Es sind keine weiteren Bemerkungen dazu von Nöten.
Aufwand
Die Beiträge für die FMH, Vedag und andere Verbände, insbesondere die K-OCH haben sich infolge der erhöhten Tätigkeiten der Verbände um CHF 22’000 oder 4,5 % zum Vorjahr erhöht.
Ebenfalls gestiegen sind die Kosten für unseren Vorstand und die Kommissionen. Einerseits begründet durch stark höhere Tätigkeiten in einzelnen Ressorts, andererseits durch verspätetes Abrechnen der Aufwände durch einzelne Mitglieder des Vorstandes. Hier rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang der Kosten im Budget 2025.
- Antrag des Vorstandes
Der Vorstand beantragt der Mitgliederversammlung Annahme der Jahresrechnung 2024 im Sinne der Revisoren.
Budget 2025
Das Budget 2025 rechnet mit konstanter, gleichbleibender Struktur der ÄTG wie im Berichtsjahr und zeigt ein ausgeglichenes Ergebnis.
Antrag des Vorstandes
Der Vorstand beantragt der Mitgliederversammlung Annahme des Budgets 2025.
- Mitgliederbeiträge 2025
Die Mitgliederbeiträge der ÄTG basieren auf dem Budget 2025, das ein ausgeglichenes Ergebnis prognostiziert. Aus diesem Grunde werden die Mitgliederbeiträge der ÄTG für das Jahr 2025 unverändert zum Jahr 2024 belassen.
Die ÄTG ist verpflichtet, auch die Mitgliederbeiträge der FMH bei ihren Mitgliedern einzuziehen.
Die FMH hat ihre Mitgliederbeiträge für das Jahr 2025 leicht erhöht. Diese Erhöhung müssen wir unsern Mitgliedern weitergeben.
Antrag des Vorstandes
Der Vorstand beantragt der Mitgliederversammlung Annahme der Mitgliederbeiträge 2025, wie in der Beilage aufgeführt.
Den Revisoren Prof Dr med Bernhard Brehm und Dr med Daniel Vuilleumier möchte ich für ihr Engagement danken. Robert Lüthi zusätzlich für die nötige Geduld beim Beantworten all meiner Fragen.
Barbara Peter Hauser
JAHRESRECHNUNG 2024
Bilanz per 31.12.2024
